Die Orgel der Marienkirche
Eine Orgel mit besonderer Geschichte
Die Orgel der Marienkirche wurde 1925/26 unter Leitung von Christhard Mahrenholz grundlegend umgearbeitet, wobei Ideen der damals aktuellen Orgelreform-Bewegung ausschlaggebend waren. Ihre Anhänger versuchten, Orgeln nach Anweisungen von Michael Praetorius und anderen Komponisten der Renaissance und der Barockzeit nachzubauen, während sie "Konzertorgeln" der romantischen Epoche ablehnten, bei denen versucht worden war, Orchesterinstrumente nachzuahmen (z.B. Streicher), und die sehr emotionale Stimmen enthielten (wie Vox celestis, Vox angelica, Unda Maris). Dies macht die Orgel zu einem besonderen historischen Zeugnis dieser musikgeschichtlich wichtigen Epoche.
Ausführende Orgelbaufirma war P. Furtwängler & Hammer, denen auch die Orgelbaufirma von Carl Giesecke unterstand. In Göttingen wirkten schon im 16. Jahrhundert mehrere Orgelbauer; seit den 1930er Jahren entwickelte es sich zu einer regelrechten Orgelbaustadt, mit Paul Ott, Rudolf Jahnke und Jürgen Ahrend als namhaften Vertretern ihrer Zunft. Die sogenannte "Mahrenholz-Orgel" in der Marienkirche erlangte rasch Berühmtheit, so dass Organisten von weither nach Göttingen reisten, etwa Albert Schweitzer, Günter Ramin und Fritz Heitmann. Komponisten wie Paul Hindemith ließen sich von der Orgel inspirieren.
Porzellan statt Plastik - am Spieltisch der Marienorgel
Die Werke erhielten jeweils voll ausgebaute Klangpyramiden und annähernd gleiche Klangstärke. Sie können allein oder im Zusammenklang gespielt werden. Es wurden viele Zungenregister disponiert (z.B. Oboe, Rankett, Krummhorn, Dulzian, Schalmei). Die Traktur erfolgt über elektropneumatische Taschenladen. Es gibt eine Walze und Jalousieschweller.
Die erste Einweihung der Orgel erfolgte am 17. Januar 1926, noch mit dem alten, neugotischen Orgelprospekt von Conrad Wilhelm Hase. Im Mai 1928 wurde der neue Prospekt eingeweiht, der die Orgel bis heute umgibt.
Weitere Informationen zu der Orgel:
Musikalisches Potpourri für Trompete und Orgel
Aufgenommen am 12.2.2026 in der Marienkirche mit Marten Bock (Trompete) und Martin Begemann (Orgel). Die Stücke im Einzelnen: Herr, für Dein Wort sei hoch gepreist (EG 196) - Gott hat das Erste Wort (EG 199) - Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369) - Du hast uns, Herr, gerufen (EG 168) - Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179) - Komm, o komm, Du Geist des Lebens (EG 134) - Nun lasst uns Gott Dem Herren (EG 320). Das Programm wurde am 14.2. zur Mittagsmusik in der Johanniskirche gespielt.
Audiodatei von Marien website