Der Altar in der Marienkirche
Viel Gold und verborgene Geheimnisse
In der sonst eher etwas grauen Kirche glänzen die Figuren und Reliefs des Altares im Chor um so mehr. Sie gehören zu einem der letzten Flügelaltäre des Mittelalters in Niedersachsen und sind ein Zeugnis des vorreformatorischen Marienglaubens, wurden jedoch im 19. Jahrhundert von Conrad Wilhelm Hase als Teile eines protestantischen Passionsaltars neu arrangiert.
Der ursprüngliche Altar ist durch die Jahreszahl "1524" auf einer der Tafelbilder der einstigen Flügel datiert, die jetzt an der nördlichen Chorwand aufgehängt sind. Der Flügelaltar wurde Ende des 18. Jahrhunderts beim Umbau des Chores zerlegt und die Bestandteile teilweise in einen Kanzelaltar integriert. Die Tafelbilder deponierte man auf dem Dachboden, einige verkaufte man später oder verbaute sie im Pfarrhaus.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Altar bei der Rekonstruktion des spätgotischen, polygonalen Chores wieder in einen Zustand gebracht, der dem ursprünglichen Aussehen nahe kam: Mit den Apostel- und Heiligenfiguren auf zwei flügelartigen, festen Seitenfeldern und den vier Reliefs im Zentrum. Allerdings wurde statt der Madonna, die sich nun im nördlichen Seitenschiff befindet, ein Gekreuzigter in der Mittelachse platziert. Die Apostel- und Heiligenreihen wurden vertauscht, d.h. die Figuren, die heute rechts stehen, befanden sich früher im linken Flügel und umgekehrt. Im Mittelalter kam ihrer Reihenfolge eine große Bedeutung zu: einerseits spielten Hierarchien generell eine zentrale Rolle, andererseits wurde traditionell jedem Apostel ein bestimmter Abschnitt des Glaubensbekenntnisses zugeordnet, was nur "funktioniert", wenn sie in der "richtigen" Reihenfolge stehen.
Die Namensgeberin der Kirche - Die Marientafeln im Zentrum des Altars
Der Altar der St. Marienkirche Göttingen ist in den letzten Jahrhunderten immer wieder verändert worden. Was immer geblieben ist, sind die Geschichten, die der Altar aus dem Leben Marias erzählen will. Unterhalb der Christusfigur im Zentrum sind sie in vier Tafeln angeordnet. Aus der großen Entfernung in die Tiefe des Chorraums sind die Figuren aber nicht einfach zu entdecken und zuzuordnen. Hier daher ihre Geschichten:
Tafel unten rechts: Maria im Tempel
Das Kind wurde drei Jahre alt, und Joachim sprach: "Wir wollen die unbefleckten Töchter der Hebräer rufen. Sie mögen jede eine Fackel nehmen, und diese sollen brennend gehalten werden, damit das Kind sich nicht umwendet und sein Herz nicht vom Tempel des Herrn weggelockt wird!" Und sie verfuhren in dieser Weise, bis sie hinaufkamen zum Tempel des Herrn. Der Priester des Herrn nahm Maria in Empfang, küßte sie, gab den Segen und sprach: "Gott der Herr hat deinen Namen groß gemacht unter allen Geschlechtern. An dir wird der Herr am Ende der Tage offenbar machen die Erlösung für die Söhne Israels." Und er setzte sie auf die dritte Stufe des Altars. Und Gott der Herr legte Anmut auf sie, und sie tanzte mit ihren kleinen Füßen. Das ganze Haus Israel gewann sie lieb. Und ihre Eltern zogen hinab, verwundert und mit Lob und Preis für Gott, den Herrn, daß sich das Kind nicht zu ihnen zurückgewandt hatte. Maria aber wurde im Tempel gehegt wie eine Taube, und sie erhielt Nahrung aus der Hand eines Engels.
Die Geschichte findet sich im Protoevangelium des Jacobus 7, 2-3.
Tafel oben links: Maria Verkündigung - Die Ankündigung der Geburt Jesu
Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.
Die Geschichte findet sich bei Lukas 1, 26-38.
Tafel oben rechts: Anbetung der Hirten
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Die Geschichte findet sich bei Lukas 2, 1-7.
Tafel unten links: Die Weisen aus dem Morgenland
Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten: »Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land.
Die Geschichte befindet sich bei Matthäus 2, 1-12.
Die Heiligen - Die Seitenflügel des Altars
Die Geschichte des Altars ist viel mehr als eine kunstgeschichtliche Entwicklung, denn sie erzählt von Menschen und ihren Beziehungen zum Altar in den letzten Jahrhunderten.
Der Deutsche Orden erhielt seinen neuen Altar kurz bevor er unwiederbringlich seine Kirche verlor.
1524-26 werden als Entstehungsjahre der Grundsubstanz des Altars angenommen, fünf Jahre später predigt ein fremder Eindringling in der St. Marienkirche – der protestantische Prediger Johannes Birnstiel.
Ein Altar, der auf die Bedürfnisse der Frömmigkeit des Deutschen Ordens eingeht, sichtbar in der Auswahl der Heiligen, die die Marienszenen rechts und links einrahmen. Die Heilige Elisabeth, begraben in der Marburger Niederlassung des Deutschen Ordens – was bedeutet sie uns heute noch?
Dem einen oder anderen mag noch die Legende in Erinnerung sein, dass sich, als ihr Mann, der ihre Mildtätigkeit gegenüber den Armen nicht billigte, ihr misstrauisch befiehlt, das Tuch zurückzuschlagen, das Brot in ihrem Korb in Rosen verwandelt hatte.
Was verbindet uns mit Ursula, die während der von ihr als Voraussetzung für eine Ehe eingeforderten Konvertierung ihres Bräutigams zum Christentum mit elf oder vielleicht auch elftausend Jungfrauen nach Rom pilgert und auf dem Weg zurück zu ihrem Bräutigam im Pfeilhagel der Hunnen stirbt?
Was machen wir aus Bartholomäus, der uns das Folterwerk zeigt, mit dem ihm lebendigen Leibes die Haut abgezogen wurde – eine tatsächlich häufige Strafe im Römischen Reich?
Wagen Sie einen Versuch der Annäherung – unten stehend eine Kurzvorstellung der in den Altarflügeln dargestellten Apostel und Heiligen
Altarflügel links
1. Thomas: einer der Jünger, bekannt v.a. durch seinen Wunsch nach handfesten Beweisen, um an Jesu Auferstehung glauben zu können. „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben.“ Und Jesus kommt, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie…[…] „Weil Du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst Du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“( Johannes 20, 25 und 29).
2. Jakobus der Jüngere: Halbbruder Jesu, gehörte zur Leitung der Gemeinde in Jerusalem, Verfasser des Jakobusbriefes, wurde 62 n.Chr. von den jüdischen Behörden zum Tode verurteilt, weil er sich weigerte, Jesus zu verleumden. Man stieß ihn vom Dach des Tempels, steinigte ihn und erschlug ihn schließlich mit der Stange eines Tuchwalkers. An diesem Altar scheint sein Attribut aber abweichend der „Wollbogen“ zu sein, vielleicht bezugnehmend auf die wichtige Rolle der Wollenwebergilde für St.Marien.
3. Philippus der Apostel: gehörte zunächst zum Jüngerkreis von Johannes dem Täufer, von Jesus berufen, „Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns.“ Jesus sprach zu ihm „ So lange ich bin ich bei Euch und Du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen; wie kannst Du dann sagen „Zeige uns den Vater?“ Glaubst Du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist?“
4. Bartholomäus: war einer der zwölf Jünger. Nach Jesu Tod verbreitete er gemeinsam mit dem heiligen Philipp dem christlichen Glauben in Arabien und Mesopotamien. Vielleicht gelangten die beiden sogar nach Indien. Bartholomäus starb als Märtyrer. Er wurde geschindet, d.h. ihm wurde die Haut abgezogen, was eine in der römischen Zeit gängige Bestrafung war. Michelangelo hat der Figur des Bartholomäus in der Sixtinischen Kapelle seine eigenen Gesichtszüge gegeben.
5. Hieronymus: übersetzte als Sekretär des Papstes die Bibel ins Lateinische (die sogenannte "Vulgata"). Er war so gewissermaßen der Vorläufer Luthers. Die Vulgata war für die Westkirche die wichtigste Fassung der Bibel bis in die Neuzeit. Dreisprachig konnte Hieronymus dabei sowohl direkt mit den hebräischen als auch den griechischen Urtexten arbeiten. Die Legende weiß, dass er nach einem Traum, in dem er aufgefordert wurde, sich weniger mit den griechischen und römischen Philosophen und stärker mit den Bibeltexten zu beschäftigen, Rom und seine brillanten Diskussionszirkel verließ und in die syrische Wüste zog. Ein Löwe, dem er einen Dorn aus der Pfote zog, wurde dort über Jahre sein ständiger Begleiter.
6. Ursula: Tochter des Königs Maurus von Britannien, Braut des Prinzen von England, forderte seinen Übertritt zum Christentum als Voraussetzung für ihre Einwilligung zur Hochzeit. In der Zeit seiner christlichen Unterweisung brach sie mit elf Jungfrauen, die jeweils von 1000 Frauen begleitet wurden, zu einer Wallfahrt nach Rom auf. Bei ihrer Rückkehr wurde sie von Hunnen überfallen und ermordet. Ihre Gebeine ruhen in Köln, von wo aus ihre Verehrung verbreitet wurde. Im späten 15. und 16. Jahrhundert wurde sie als Garantin der "Himmlischen Werke" angerufen, also der frommen Stiftungen, mit denen man sich die Befreiung von Höllenqualen erkaufte. Das Ablasswesen, das damit in Verbindung stand, war einer der wichtigsten Kritikpunkte Luthers an der Papstkirche.
7.Judas Thaddäus und 14. Simon Zelotes: die beiden Brüder sind die letztberufenen Jünger Jesu. Sie arbeiteten gemeinsam als Missionare in Persien und starben dort den Märtyrertod. Judas Thaddäus wurde mit einer Keule erschlagen, sein Bruder wird ca. seit dem 13.Jahrhundert mit einer Säge als Marterinstrument dargestellt
8. Matthias: Jünger, der nach der Himmelfahrt Christi von den übrigen Jüngern an Stelle von Judas Ischariot, dem Verräter Jesu, berufen wurde.
Altarflügel rechts
9. Petrus: einer der bekanntesten Jünger Jesu. „Du bist Simon, Jonas‘ Sohn, du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt Fels (Johannes 1, 42) – so spricht Jesus ihn bei seiner Berufung zum Jünger an. Kephas ist das aramäische Wort für Fels, Petrus das griechische.
Im Matthäus-Evangelium wird über das Bekenntnis Petrus und die Verheißung für ihn berichtet:
Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? Sie sprachen: Einige sagen, Du seist Johannes der Täufer, andere, Du seist Elia, wieder andere, Du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er fragte sie: Wer sagt denn Ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist Du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben Dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage Dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will Dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Alles, was Du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was Du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein. (Matthäus 16,13-19). Bezugnehmend auf diese Stelle wird Petrus, der spätere erste Bischof von Rom, mit einem Schlüssel als Attribut dargestellt.
Beim letzten Abendmahl streiten die Jünger darüber, wer als der Größte unter ihnen gelten solle. Jesus sagt zu Petrus: Ich aber habe für Dich gebeten, dass Dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn Du dereinst Dich bekehrst, so stärke Deine Brüder.“ Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit Dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage Dir: der Hahn wird dreimal krähen, ehe Du dreimal geleugnet hast, dass Du mich kennst. (Lukas 22, 32-34). So geschieht es und Lukas berichtet „Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. (Luas 22, 61-62). Petrus gilt zusammen mit dem Apostel Silvanus als möglicher Verfasser der beiden Petrusbriefe.
10. Andreas: Bruder von Petrus. Ursprünglich Jünger von Johannes dem Täufer, folgte er nachdem dieser von Jesus getauft worden war, Jesus nach Galiläa. Der Statthalter Egea von Patras lässt den Missionar zu einem besonders qualvollen Tod an ein Gabelkreuz hängen. Zwei Tage noch predigt der sterbende Andreas dem Volk, bis ein himmlisches Licht ihn verhüllt. Der ihn verhöhnende Statthalter wird mit Wahnsinn geschlagen und stirbt. Seine christliche Frau lässt Andreas mit großen Ehren bestatten. Die Bezeichnung „Andreaskreuz“ für die Kreuze an Bahnübergängen erinnert im Alltag an den Apostel.
11. Jakobus der Ältere: Bruder von Johannes dem Evangelisten, als Fischer am See Genezareth von Jesus zur Nachfolge gerufen. Er wurde zu den engsten Vertrauten Jesu und war in den entscheidenden Situationen seines Lebens an seiner Seite. Zahlreiche Legenden ranken sich um seine Missionstätigkeit in Spanien. Von Herodes Agrippa in Jerusalem hingerichtet, wurde er zum ersten christlichen Märtyrer. Die Legenden, die seinen Bezug zu einem der wichtigsten Pilgerorte, Santiago de Compostela, herstellen, sind vielfältig. Die eine weiß, dass sein Leichnam in ein Boot gelegt wurde, das in Spanien anlandete, eine andere erzählt von einem Eremiten, dem sich der Heilige zeigte, so dass er danach dessen Grabstelle finden konnte. Jakobus ist an dem Pilgerhut, an dem eine Jakobsmuschel befestigt ist, das Symbol der Pilger, die nach Santiago de Compostela ziehen, zu erkennen.
12. Johannes: Zusammen mit seinem Bruder Jakobus als Fischer in Galiläa lebend, wurde er von Jesus zum Jünger berufen. Er saß beim letzten Abendmahl an Jesu Seite.
So berichtet Johannes über seine besondere Rolle: es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu (Johannes 13,23).
Jesus vertraute sterbend ihn seiner Mutter und seine Mutter ihm an. „Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist Dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist Deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Johannes 19,26-27). Der Legende zufolge zog Johannes nach Jesu Tod mit Maria nach Ephesus und bewirkte dort zahlreiche Wunder. Er wird gleichgesetzt mit dem anonymen Verfasser des Johannes Evangeliums. So gilt die Kreuzigungsszene im Johannesevangelium als Augenzeugenbericht. Unter Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt, soll er dort die geheimen Offenbarungen, die Apokalypse, aufgezeichnet haben.
13. Matthäus: als Zöllner von Jesus zum Jünger berufen, gilt als Verfasser des Matthäus-Evangeliums. Er berichtet selber, wie Jesus ihn vom Zolltisch weg beruft und mit ihm beim Mahl sitzt: Und als Jesus von dort wegging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern. Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst Euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Als das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heißt (Hosea 6,6): Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten (Matthäus 9, 9-13).
Als Matthäus Symbol als Evangelist hat Hieronymus einen Menschen oder Engel festgelegt.
15. Rupertus: Missionar, Bischof in Worms und Salzburg, Schutzheiliger der Habsburger, Helfer gegen die Türken. Die Deutschordensherren wählten ihn möglicherweise aus, um ihre Verbundenheit mit dem Kaiser zu demonstrieren, der den katholischen Glauben bewahren sollte, gegen die sächsischen Herzöge und den hessischen Landgrafen, die die Reformation unterstützten. Sie sind z.B. häufig auf Ofenkacheln dieser Zeit abgebildet.
16. Elisabeth von Thüringen: ungarische Prinzessin, verheiratet mit dem Sohn des Landgrafen von Thüringen. Ihre Frömmigkeit, Askese und Mildtätigkeit bildeten die Grundlage für eine Fülle von Legenden. Eine der bekanntesten erzählt wie Elisabeth mit einem Korb die Burg verlässt, um Brot an die Armen zu verteilen. Ihr Mann, den der Hof gegen seine Frau mit dem Verwurf angeblicher Verschwendung aufgehetzt hatte, fragte sie, was im Korb sei. „Rosen“ antwortete Elisabeth und ihr Mann fordert sie auf, das Tuch vom Korb zu lüften. Als sie das Tuch zurückschlug, hatte sich tatsächlich das Brot in Rosen verwandelt. Als ihr Mann im Kreuzzug stirbt, vertreibt sein Bruder Heinrich Elisabeth mit ihren Kindern von der Burg. Erst nach Intervention des Papstes erhält sie ein Witwengut. Sie gründet ein Spital, in dem sie selber die Krankenpflege übernimmt. „Wir müssen die Menschen fröhlich machen“. Ausgezehrt von ihrer Arbeit dort aber auch den Bußübungen, die ihr ihr fanatischer Beichtvater Konrad von Marburg auferlegt, stirbt sie mit 24 Jahren. Ihr Schwager Konrad, Hochmeister des Deutschen Ritterordens lässt eine Kirche über ihrem Grab errichten, die bald wichtiger Wallfahrtsort wird. Daher stammt eine besondere Verbundenheit St.Mariens als Göttinger Niederlassung des Deutschen Ritterordens mit der Heiligen.
Vom Vergessen und Wiederfinden - Engelfiguren und Pelikan
Die Geschichte des Altars von St. Marien ist von Vergessen und Wiederfinden geprägt – von daher eigentlich typisch, dass wir, einem Literaturverweis folgend, drei Figuren des Altars nach sechzig Jahren in einem Regal des Kirchenkreisarchivs wiederentdeckten. 2024 sind sie wieder am Altar angebracht worden.
Hier die Details:
Der Chorraum der Kirche St. Marien in Göttingen beherbergt einen ehemaligen Wandelaltar des Göttinger Bildschnitzers Bartold Kastrop und des Malers Heisen aus dem Jahr um 1524. Nach dem Siebenjährigen Krieg wurde der baufällige Chor der Kirche verkleinert und der Altar wurde aus Platzgründen von einem Wandelaltar zu einem Kanzelaltar, weil die Gemeinde kein Geld für eine andere Art der Sanierung hatte.
Die Innenflügel mit ihren Bildtafeln, die von einem Schüler Albrecht Dürers stammen, sind auf der Rückseite des neuen Kanzelaltars verbaut worden und erst 50 Jahre später wieder zufällig entdeckt worden.
Die Außenflügel des ursprünglichen Wandelaltars sind der Kirche ganz verloren gegangen, zwei – die offenbar von der chronisch mit Geldsorgen kämpfenden Gemeinde verkauft worden waren - sind in den 1880er Jahren in Schloss Bückeburg wiedergefunden worden, eine andere wurde als Verschlagtür unter einer Treppe des Pfarrhauses von St.Marien entdeckt. Die Spur der übrigen Bilder hat sich verloren…
1862 wurde die große Marienfigur bei einem neogotischen Umbau aus dem Zentrum des Altars entfernt und in den 1920er Jahren auf dem Dachboden der Sakristei wiederentdeckt. Insofern ist die Geschichte des Altars geprägt von Vergessen und Wiederfinden …
2022 ist diese Geschichte fortgeschrieben worden, als wir, der Spur eines Aufsatzes von Frau Girod [1] folgend, zwei Engel- und eine Pelikanfigur im Kirchenkreisarchiv entdeckten.
Die gründerzeitlichen Engelfiguren waren seinerzeit gefertigt durch den Göttinger Bildhauer Niemeyer, die Pelikanskulptur ist neogotisch. Es stellte sich heraus, dass die Figuren aus der Kirche entfernt worden waren als 1950 große Schäden am Altar aufgrund von Feuchtigkeit im Chor festgestellt worden waren. Die Figuren waren eigentlich in einem sehr guten Zustand. Das Problem bestand in erster Linie darin, dass die Strukturen, die sie mit dem Altar verbunden haben, nach der Renovierung 1968/69 verschwunden waren. Der Pelikan saß in einem Wimperg oben auf dem Altar, der nicht mehr existiert. Die Engelfiguren befanden sich in den Außenwinkeln der Predella und hatten auch ihre Außenfassung verloren.
2024 haben die Restauratoren Karl-Heinz Weingärtner und Viola Bothmann die Außenfassung des Engelfiguren anhand eines Fotos von 1959 rekonstruiert und für den Pelikan eine Wandkonsole in Form einer Kapitells erstellt. So konnten die Engelfiguren an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren, der Pelikan thront jetzt seitlich im Chorraum, was ihm im Endeffekt sogar mehr Präsenz und Sichtbarkeit gibt als an seinem ursprünglichen Platz hoch oben am Altar.
Früher nahm man an, dass der Vogel sich die Brust aufrisse, um mit seinem Blut seine Jungen zu versorgen. Dadurch wurde er ein Symbol für Christus, der sein Blut für die Erlösung der Menschen gab.
Die Wiederanbringung der Altarfiguren ist uns nur durch Hilfe von außen möglich gewesen.
Möglich gemacht wurde das Projekt durch die freundliche finanzielle Unterstützung der Klosterkammer, der Sparkasse Göttingen sowie privaten Spendern und Spenderinnen aus der Gemeinde. Herzlichen Dank!
[1] Girod, Kim Nina (2012): Das Hochretabel der St. Marien-Kirche in Göttingen. In: Thomas Noll, Carsten-Peter Warmcke (Hrsg): Kunst und Frömmigkeit in Göttingen. Die Altarbilder des späten Mittelalters, pp 258-282.
Sterne im Hintergrund: Das Geheimnis unter dem Gold
Die vergoldeten Gewänder der Apostel und Heiligen sind an einigen Stellen umgeschlagen und lassen das Innenfutter erkennen: Es ist dunkelblau und mit Sternen bedeckt. Dies verweist auf die Beschreibung der "Apokalyptischen Frau" in der Offenbarung 12, die mit dem Sternbild Virgo (Jungfrau) gleichzusetzen ist: Sie wird von der "Sonne bekleidet", was der Situation um Mariä Himmelfahrt (15. August) entspricht, denn das Sternbild zieht zu dieser Zeit tagsüber durch den Himmel, wenn die Sonne es überstrahlt.
Die Szenen auf dem Altar spielen sich also im Himmel ab, und die Figuren sind faktisch "Himmelsbilder", oder auch: Sternbilder. Barthold Castrop konstruierte sie tatsächlich mit Hilfe von Sternbildern, wobei er bei den Aposteln und Heiligen immer auf das gleiche Sternbild zurückgriff: Andromeda. Es wurde spätestens seit der Zeit um 1200 vielfach für stehende "Reihenfiguren" verwendet, die leicht asymmetrisch stehen sollten - meist mit einer geraden Kante auf einer Seite (z.B. einem Stab) und einer bewegten, "offenen" Seite gegenüber. Die nachweisbaren Beispiele reichen von Reims über Straßburg und Köln bis Lüneburg (Goldene Tafel) und Hildesheim (Lettner in St. Michael).
Figur des Apostels Johannes mit umgeschlagenem Mantel und einer Projektion des Sternbildes Andromeda.
(Bild: Thomas Küntzel)
Maria als Hercules: Barthold Castrop's Bildkompositionen
Während die Verwendung von Sternbildern bei Einzelfiguren häufig zu beobachten ist (neben gotischer Skulptur auch in der Glasmalerei), lassen sich Szenen, die mit Hilfe von Sternbildern komponiert wurden, bisher selten nachweisen. Am Marienaltar verwendete Barthold Castrop das Verfahren der Projektion von Sternbildern aber auch für die vier Darstellungen im Zentrum. Das Geschlecht der Sternbilder war ihm dabei egal, von Bedeutung war die Haltung der Figur. So kam "Hercules", der als Knieender vorgestellt wurde, bei der Verkündigung und der Weihnachtsszene zum Einsatz. Maria kniet hier zuerst vor einem Lesepult, als der Engel eintritt, während sie am Heiligen Abend vor dem Jesuskind betet, das auf einem Gewandzipfel von ihr liegt (inmitten von Sternen). Bei der Weihnachtsszene passt das Sternbild Hercules einigermaßen, während bei der Verkündigung ein Teil davon auch die Kante das Pultes definiert. Das Knie ist unter dem weit fallenden Mantel verborgen. Die Hände liegen in beiden Fällen in identischer Weise an den Schultersternen. Maria kniet jedoch jeweils spiegelbildlich, wohl, weil sie der Schwangerschaft einmal entgegensieht, und sie dann hinter ihr liegt. Die Verwendung des Sternbildes "Hercules" lässt sich aber auch als Hinweis darauf deuten, dass man Maria als "Heldin" betrachtete, die das schwere Schicksal auf sich nahm, Mutter von Christus, dem Sohn Gottes zu werden.
Das Relief mit der Verkündigungsszene, mit den Sternbildern Hercules (bei Maria) und Cassiopeia (beim Engel). (Bild: Thomas Küntzel)
Schlüsselszene: die heiligen drei Könige
Die Übereinstimmung scheint hier nicht unbedingt zwingend zu sein, zumal viele Sterne des Sternbildes nicht berücksichtigt wurden. Anders verhält es sich mit dem knieenden König der Epiphanias-Szene: Die Umrisse seines Oberkörpers und das Knie folgen eindeutig den Achsen des Sternbildes. Diese Figur des Marienaltars belegt also ziemlich klar, dass Barthold Castrop mit Sternbildern arbeitete. Der König, der breitbeinig hinter ihm steht, basiert auf dem Sternbild Orion, und Maria hier auf Cassiopeia. Dies passt insofern gut, weil Cassiopeia als sitzende Königin vorgestellt wurde. Das Relief mit den heiligen drei Königen dürfte also der Ausgangspunkt für dieses Kompositionsverfahren gewesen sein, während die Figuren bei den anderen Szenen mehr oder weniger passend variiert wurden.
Die heiligen drei Könige auf dem Marienaltar, mit den Sternbildern Hercules (knieender König), Orion (stehender König) und Cassiopeia (Maria). (Bild: Thomas Küntzel)
Zwischen ihrem Vater und dem Priester: Maria im Tempel
Als äußerst spannend erweist sich die Projektion bei der Szene, in der Maria auf die Stufen des Altars im Stempel springt. Während sie selbst auf Cassiopeia beruht (analog zum Engel der Verkündigung), kommt ansonsten nur Andromeda in unterschiedlicher Größe zum Einsatz: Bei Marias Vater Joachim ist das Sternbild recht groß (die Bildvorlage von Albrecht Dürer zeigt ihn im Vordergrund stehend), während es bei dem Priester links kleiner verwendet wurde. Die "Arme" der Andromeda (mit denen sie eigentlich an einem Felsen angekettet ist) spielen bei dieser Projektion (und den meisten übrigen Andromeda-Figuren im Mittelalter) keine offenkundige Rolle, aber sie umfassen insgeheim beide die Maria, d.h. der Priester ergreift das Mädchen, das sich begeistert in die Obhut des Tempels begibt, während ihr Vater sie nur ungern loszulassen scheint. Dieser Aspekt der Szene wird jedoch erst klar, wenn man die Projektion entschlüsselt hat!
Die Szene mit Marias Tempelgang und den Sternbildern Andromeda (über ihrem Vater Joachim, rechts, und dem Priester, links) sowie Cassiopeia (über Maria, in der Mitte). Die "Arme" der Andromeda umfassen jeweils genau Maria, obwohl sie bei den Figuren "vornehm" am Körper liegen. Der Stern Omikron des Sternbildes von Joachim befindet sich genau am Altar - dem Zielort der Maria (sonst spielt er nur sehr selten eine Rolle).
(Bild: Thomas Küntzel)
Ausgangspunkt: Maria als Himmelskönigin
Heute denken wir bei Sternbildern oft gleich an die Sternzeichen und ihre astrologische Bedeutung, aber im Mittelalter war ja im Himmel jenes ferne Reich angesiedelt, in das wir nach dem Tode und der Erlösung gelangen. Maria war als erster Mensch nach Christus durch ihre Himmelfahrt dort aufgenommen worden, und sie fand ihre symbolische Repräsentation in dem Sternbild Jungfrau (Virgo), das genau zu der Zeit "gilt", wenn des Todes der Muttergottes gedacht wird (um den 15. August). Die apokalyptische Frau, die in der Offenbarung in Anlehnung an das Sternbild beschrieben wird, wurde im späten Mittelalter sehr häufig als "Mondsichelmadonna" dargestellt. In der Marienkirche stand sie einst im Zentrum des Altares. Wer ein Mariengedicht am Altar betete, erhielt einen großen Sündenablass, so die Vorstellung. Wahrscheinlich projizierte Castrop bei der Mondsichelmadonna nur den Oberkörper der Virgo auf die Figur, mit dem Stern Spica an einer der Spitzen der Mondsichel (eigentlich repräsentiert er die Getreideähre in der Hand der Jungfrau). Die Schultern des Sternbildes passen sehr gut zu den in der Spätgotik üblichen, stark hängenden Schultern der Figuren.
Die Mondsichelmadonna im nördlichen Seitenschiff der Marienkirche, mit dem Sternbild Virgo (und den Sternen des banchbarten Sternbildes Löwe, die die "Krone" der apokalyptischen Frau repräsentieren).
(Bild: Thomas Küntzel)