04/05/2026 0 Kommentare
KlangraumGottesdienst: Nun komm der Heiden Heiland - Musik für Gitarre und Tanz
KlangraumGottesdienst: Nun komm der Heiden Heiland - Musik für Gitarre und Tanz

In diesem Programm werden zwei programmatische Werke von J.S. Bach aufgeführt und bei einer Auswahl der Stücke wird durch Tanz versucht die innewohnende Symbolik anschaulich zu machen.
Zum einen die ungewöhnliche Suite c-Moll BWV 997 (Präludium – Fuge – Sarabande – Gigue – Double) und das ebenfalls in seiner Satzfolge einzigartige Präludium-Fuge-Allegro BWV 998.
Der Gitarrist Roger Tristao Adao hat jahrelang über die Lautenmusik Bachs geforscht und bietet eine Deutung der in der Musik versteckten Symbolik an, die im Gottesdienst auch zur Sprache komkmen.
Das Fugenthema der c-Moll Suite symbolisiert den nach höherem strebenden Menschen (fünf aufwärts schreitende Töne der Tonleiter), der nach dem Sündenfall nach Erlösung ruft. Der Sündenfall ist durch das Intervall einer fallenden großen Septime symbolisiert, was sich in Choralvorspielen, bei denen der Text des Chorals nachzulesen ist, nachweisen lässt.
Der Ruf nach Erlösung ergibt sich aus dem Zitat des Kirchenliedes „Nun komm der Heiden Heiland“ welcher zu Bachzeit sicher leicht von den Hörern erkannt wurde.
Aus diesem programmatischen Ansatz ergibt sich dann der emotionale Gehalt der anderen Sätze. Das Präludium als ständiges aber immer wieder scheiterndes Streben, die Sarabande als Zitat aus der Matthäuspassion: „Wir setzten uns mit Tränen nieder“, die stets seufzende Gigue und schließlich das Double als Variation der Gigue.
Inhaltlich schließt sich dann „Präludium – Fuge – Allegro“ an. Hier ist das Fugenthema das Kirchenlied „Vom Himmel hoch, da kommt ich her“ als direkte Antwort auf den Ruf nach dem Heiland. Insgesamt hat Bach mit diesem Stück wohl ein musikalisches Altarbild geschaffen. Die Stimmungumschwünge in der Fuge lassen sich leicht deuten, wenn man die Zahlensymbolik heranzieht. Das Präludium ist ein lautmalerisches Klangbild, dass das „vom Himmel kommen“ symbolisiert.
Die Tänzerin Rebecca Wolbeck macht durch ihre Choreographien den emotionalen Gehalt der Musik sichtbar.
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